Cloud-Computing: IT als Service

Schon heute setzen immer mehr Unternehmen auf Cloud-Computing, denn Cloud-Computing für Unternehmen jeder Größe entscheide Vorteile mit sich. Allerdings müssen sich Unternehmen auch potentiellen Risiken, wie der Datensicherheit oder der Anbieterabhängigkeit, stellen, um diese bei der Erstellung einer Cloudstrategie beachten zu können.

Steffen Barkawitz
18.11.2020 · 5 min read

Die Nutzung von Cloud-Infrastruktur bei der Realisierung moderner IT-Systeme hat sich im Laufe der letzten zehn Jahre immer stärker durchgesetzt. Vor allem die Amazon Web Services, mit dem Simple Storage Service (S3) und der Elastic Compute Cloud (EC2), sind aus vielen Systemen kaum noch wegzudenken. Die extrem einfache Skalierbarkeit der Remote-Services sowie der wegfallende Wartungsaufwand machen Cloud-Computing zu einer vielseitig einsetzbaren und in vielen Fällen äußerst kostengünstigen Alternative zur herkömmlichen „on-premise“-IT-Infrastruktur. Einige der wichtigsten Fragen rund um das Thema wird in diesem Post beantwortet.


Für wen lohnt sich Cloud-Computing?

Cloud-Computing ist zunächst immer dann eine sinnvolle Alternative zu lokalen Lösungen, wenn Sie keine fixen Daten- und Rechenkapazitäten benötigen. Gerade die im Laufe der letzten zehn bis fünfzehn Jahre groß gewordenen Social-Media und Webservices bauen stark auf extern angemieteter Cloud-Infrastruktur auf. Ob Twitter, Dropbox oder Netflix: Vor allem in Phasen des intensiven Wachstums aber auch darüber hinaus haben all diese Anbieter die Power der Amazon Web Services genutzt, um flexibel Rechenkapazitäten zuzubuchen.
Aber nicht nur solche vergleichsweisen jungen Unternehmen, setzen auf die Leistung von AWS. Auch renommierte Industriebetriebe, wie Bayer, Philips oder Siemens verlassen sich auf den Service von Amazon, um den Maintenance-Aufwand für die unternehmenseigene IT zu reduzieren. Start-ups und sogar selbstständige Einzelkämpfer können von den Möglichkeiten der Amazon-Cloud ebenfalls profitieren. Vor allem die wegfallenden Erstinvestitionen sind für viele Unternehmen attraktiv. Die Cloud-Infrastruktur wird von Amazon und ähnlichen Anbietern im Pay-as-you-go-Verfahren abgerechnet. Prozessorleistung und Megabytes auf Festplatten werden somit stundenweise bezahlt und lassen sich flexibel für sowohl einige Stunden als auch dauerhaft anmieten.


Wie sieht es mit der Datensicherheit aus?

Speziell die deutsche Meinung zur Cloudification ist von Sorgen um Datensicherheit geprägt. Eine zunächst grundsätzlich nicht völlig unberechtigte Angst. Schließlich werden dabei unter Umständen wichtige Geschäftsgeheimnisse oder sensible Kundendaten aus der Hand gegeben und in eine nur schwer zu fassende digitale Wolke verschoben. Den Amazon Web Services lässt sich diesbezüglich in vielerlei Hinsicht eine gewisse Unbedenklichkeit attestieren. So ist das Angebot DSGVO-konform und bietet zusätzlich an, die Daten ausschließlich auf Servern in Europa zu speichern. Dennoch kann es bei der Implementierung bestimmter Cloud-Lösungen sinnvoll sein, zusätzlich clientseitig auf Verschlüsselung zu setzen. Vor allem wenn die Cloud als virtuelle Speichererweiterung, zum Beispiel für Back-ups, genutzt wird, ist das ohne weiteres möglich.
Wird ein Cloud-Service für die vollständige Virtualisierung von Rechenumgebungen verwendet, sieht die Sache naturgemäß anders aus. In vielen Fällen ist schließlich eine sinnvolle Verarbeitung der Daten nur im unverschlüsselten Zustand möglich. Dennoch kann auch dabei eine saubere Implementierung des fertigen Systems viele potenzielle Probleme von Anfang an verhindern.


Mache ich mich abhängig von einem Anbieter?

Eigene Hardware macht unabhängig von externen Dienstleistern – das stimmt. Doch einer der großen Vorteile digitaler Systeme besteht in der problemlosen Übertragbarkeit von Informationen und digitalisierten Prozessen von einer Umgebung in die andere. So wie Sie beim Wechsel zwischen zwei Desktop-Betriebssystemen grundsätzlich all ihre Daten übernehmen können und auch für die allermeisten Softwarelösungen Alternativen finden werden, haben Sie nach erfolgter Virtualisierung Ihrer IT die Möglichkeit, zwischen verschiedenen Providern zu wechseln oder Ihr System bei Bedarf zurück in eine „on-premise“-Installation zu überführen. Gleichwohl sollten entsprechende Optionen beim Entwurf einer Cloud-Strategie von Anfang an beachtet werden. Durch Nutzung von Open Source Infrastructure-As-Code-Systemen wie Terraform baut collective mind zum Beispiel cloudfähige Infrastrukturen mit maximaler Flexibilität.


Wie sieht die Zukunft aus?

Bekanntlich sind Prognosen stets mit Vorsicht zu genießen und zu betrachten. Momentan scheint es aber ein sicherer Trend zu sein, auf weiteres Wachstum im Bereich der Cloud-Infrastruktur-Anbieter zu setzen. Immer schnellere Datenleitungen und der im Rollout befindliche neue Mobilfunkstandard 5G machen es attraktiver, auch kleinere Operationen outzusourcen. Amazon und Co. sind im Moment dabei, ihre Systeme für das sogenannte Edge-Computing (manchmal Fog-Computing genannt) auszubauen. Dabei wird ein Teil der Recheninfrastruktur auf die „Kanten“ des Netzes verteilt, sodass ein latenzfreier Echtzeitzugriff auf die Leistung dieser Systeme möglich wird. Dynamisch abrufbare Rechenleistung wird damit immer mehr zu einem integralen Bestandteil des Internets, so wie es heute vor allem Speicher ist, auf den einfach zugegriffen werden kann. Damit wird die Integration von Cloud-Komponenten in IT-Prozesse beliebiger Größenordnung an Bedeutung gewinnen. Dabei den Anschluss zu verlieren, könnte sich im Laufe der kommenden zehn Jahre zu einem realen Wettbewerbsnachteil entwickeln.


collective mind und die Wolke

Bei collective mind entwickeln wir schon lange Software und Systeme mit AWS. Unsere Entwicklungsstrategie auf Grundlage des DevOps Ansatzes greift dabei optimal an die Möglichkeiten der Cloudplattform an. DevOps bedeutet die Verschränkung von Entwicklung (Development) und produktivem Betrieb (Operations). Dadurch wird die Softwareentwicklung schneller, effizienter und kann agiler auf wechselnde Anforderungen reagieren. Die Nutzung dynamisch nutzbarer Infrastruktur verstärkt diesen Effekt noch einmal. Wir entwickeln Software in möglichst kleinen, modularen Einheiten, sogenannten Microservices. Die Nutzung von AWS-Cloudsystemen ermöglicht uns das rasche Deployment neuer Features im laufenden Betrieb, ohne dadurch die Funktionalität anderer Systembereiche zu riskieren. Das Terraform System gibt uns dabei ein hochdynamisches Konfigurationstool an die Hand, das die Integration bestehender und neuer Prozesse in eine teilweise oder vollständig cloudbasierte Infrastruktur möglich macht.

Gerne unterstützen wir auch Sie dabei, Ihre IT in die Cloud zu bringen. Wir entwerfen mit Ihnen gemeinsam eine Strategie, um genau die Komponenten Ihrer Infrastruktur auszulagern, bei denen es besonders sinnvoll ist. Nehmen Sie gerne gleich hier auf der Website Kontakt zu uns auf. Wir freuen uns darauf, Sie kennenzulernen und Ihre digitale Transformation zu begleiten.